Hörperformance

in der Johanniskirche

'Absichtslosigkeit, die wir Stille nennen

vor einem Aufbruch'

 

ist der Titel der Hörperformance, die zu unterschiedlichen Terminen in der Johanniskirche in Billerbeck stattfinden wird. In einem Soundzirkel spielt 'Sierk LaBuer' mit einem Gespür für Klanggestaltung, Stille und improvisatorische Komposition ein ungewöhnliches, teilweise selbst gebautes Instrumentarium aus Kupfer, Eisen, Bronze, Holz, Wasser und Glas - wobei die Bronzegongs vermutlich die einzigen aus Konzertbezügen bekannten Instrumente sind. 

Gelassen den fremden

Klängen Ordnung geben

 

Zugegeben, eine Hörperformance ist sehr weit entfernt vom musikalischen Mainstream, weit entfernt von dem was wir als Musik verstehen mit Tonleitern, Harmonien und Takten und sie ist auch weit entfernt von den Klängen anerkannter klassischer Musikinstrumente. Dafür aber sehr nah an den Bildekräften des Hörens selbst. Wer sich der Ästhetik, dem Genuss und der Wirkmächtigkeit der Stille, sowie dem Verlauf des nahezu absichtslosen und improvisatorischen Geschehens eines Soundzirkels sowie dem kraftvollen und gleichwohl auch feinen Sound der Gongs überlässt, dabei präsent bleibt und bewusst hört, gibt gelassen den fremden Klängen eine vielfältige Ordnung - und sich selbst ein möglicherweise vitalisierendes, musikalisches Hörerleben.

Die Hörenden

 

sind die eigentlichen Akteure dieser Performance. Durch ihr bewusstes Hören und ihre Resonanzoffenheit wird diese Performance zu dem was sie ist oder was sie für die Hörenden sein und werden kann.

Die Veranstaltung

kommt ohne Elektronik aus, dauert ca. 60 Minuten und ist für maximal 25 Hörende ausgerichtet.

 AKTUELLER TERMIN  

  Samstag 18.6. 19.30 Uhr  

Architektur auch akustisch abbilden

 

Die Johanniskirche als Klangort mit ihren Raummaßen eines sakralen Gebäudes wird  das Klangerleben der Hörenden sowie den Klang des Instrumentariums, insbesondere der großen Gongs, wesentlich mitbestimmen. In der Umkehrung läßt sich sagen:  Gongs bilden unterschiedliche Räume in ihrer charakteristischen Architektur hörbar einzigartig ab.

Der wirkende Gong

 

Betrachtend das Instrumentarium wird es häufig erst einmal die Größe der Gongs sein, die fasziniert und die Ahnung darüber, dass ein Gong von über einem Meter Durchmesser einen mächtigen Klang haben muss. Wer bereits ein Gongkonzert besucht hat weiß, große Gongs können mehr als gewaltig, sie können auch sanft und leise, bilden ein überaus weites Klangspektrum ab und haben einen besonderen Reichtum an Obertönen. Über einen längeren Zeitraum und für Hörende gespielt, bedarf ein Gong bei einer Performance einer aufmerksamen Begleitung und antwortenden Führung, und das nicht nur wegen seiner Klangwirkungen, die man ihm nachsagt.​

Improvisatorische Kommunikation

 

Erst bewusst eingesetzte Spieltechnik, ein präsentes, verbindendes Hören und der Sinn der Spielenden für Struktur, Dynamik und Stille, lässt das Instrumentarium zum 'Musikinstrument' werden, eine Improvisation zu einer 'einmaligen' Komposition und eine Performance möglicherweise zu einem Konzert.

Weit entfernt vom musikalischen Mainstream

 

Mit dem Instrumentarium, insbesondere mit den Gongs, hört man, oberflächlich betrachtet aber tiefgründig vernommen, auch aufwändig in Spannung versetztes Metall, sowie die akustischen Phänomene, die durch dieses Metall hör- und fühlbar werden.

 

Wer eine Hörperformance besucht, kann auch Puls und Atem hören, und darin die Absichtslosigkeit, die wir Stille nennen vor einem Aufbruch.​​​​​​