"Wenn Beschleunigung das Problem ist, dann ist Resonanz vielleicht die Lösung"

Hartmut Rosa

Durch Offenheit inklusiv in vielerlei Hinsicht

 

Die Begegnung mit der Intervention ist für unterschiedliche Besucher*innen jeden Alters geeignet, unabhängig vom Sprachvermögen und Bildungsstand: sei es als stille Aufforderung zu philosophischen Gedanken oder als ein Ort des Spielens und Betrachtens, als Raum der Muße und des Innehaltens oder als künstlerisches Erfahrungsfeld, sei es in Beziehung zum Naturgeschehen oder in Begegnung mit Anderen, mit Welt, sich selbst und der eigenen künstlerischen Wahrnehmung und Veränderbarkeit. Durch ihre Offenheit ist die Intervention inklusiv, in vielerlei Hinsicht.

Die Intervention greift überraschend ein

in die alltägliche Routine der Ortsmitte einer Kleinstadt und möglicherweise auch in das Wahrnehmungserleben der Menschen an diesem Ort. Sie versteht sich in ihrer Materialität nicht als Kunstwerk im herkömmlichen Sinne.

Sie entbindet die Betrachtenden davon, sich um eine Interpretation oder ein "Verständnis" zu bemühen und erfragt weder Urteil noch Bewertung.

 

Sie ist fern der Suche nach dem Wirklich Schönen,

aber stets ganz schön nah am Wirklichen.

 

Die Intervention ist was sie ist,

nüchtern und ohne Sendebewusstsein betrachtet, auch eine Ausstellung von Installationen und Skulpturen, die Hören, Sehen und Handeln künstlerisch anfordern. Die Besuchenden geben ihr im Augenblick der Begegnung, der Art ihres Handelns, der Rezeption und ihrer Selbstwahrnahme die Lebendigkeit, die auf sie zurückwirkt. So wird die Intervention durch die Besucher*innen zu dem, was sie für sie ist, aber darüberhinaus auch, was sie für sie sein kann. Ihr Sehen, Hören und Antworten wird zur eigentliche Kunst.

 

Der öffentliche Raum

Auf der Straße sind die einzelnen Installationen der Intervention erst einmal dem musealen Kontext oder dem Galeriegeschehen entbunden. Die Straße ist traditionell nicht der Ort, an dem über Kunst verhandelt werden will. Möglicherweise aber der Ort, an dem Muße einen Platz finden kann, an dem auch Kontemplation und Reflexion zu Hause sein könnten, an dem Menschen ihren Zugang zu kultureller Artikulation über künstlerische Hin- und Zuwendung erkennen. Den öffentlichen Raum sehen wir als einen spannenden künstlerischen Handlungsort, an dem sich das Private mit dem Sozialen, das Politische mit dem Profanen und "Heiligen" verbinden kann.